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Suizid ArtikelSelbstmord, Selbsttötung, Freitod oder Suizid (lateinisch sui caedere, sich selbst totschlagen) ist die Beendigung des eigenen Lebens durch eine eigene Handlung oder durch das Unterlassen einer Handlung (z. B. Nichteinnahme lebenswichtiger Medikamente), bei der die sich selbst tötende Person der tödlichen Konsequenzen dieser Handlung bzw. deren Unterlassung bewusst ist.
Die bei weitem häufigste Suizidursache sind nicht (wie fälschlicherweise häufig angenommen oder unterstellt wird) psychische Erkrankungen, sondern reale Lebensprobleme (etwa 60 Prozent sind Schmerzpatienten oder Menschen mit chronischen Schmerzen). Suizide gibt es aus vielen Gründen (z. B. als Konsequenz eines "Gesichtsverlustes" oder einer Lebenskrise) und sind in dem europäischen Kulturkreis nicht selten. Eine weitere Ursache kann lang dauernder, übergroßer Stress sein. Dabei kann große psychische Belastung zu Suizidversuchen führen, muss aber nicht. Die Ursache ist zu unterscheiden vom Auslöser, der quasi das Fass zu dem Überlaufen bringt. Beim Suizid von Kindern und Jugendlichen gibt es die Vermutung, dass die eigentliche Ursache Erziehungsfehler in der frühen Kindheit sind, die das Selbstwertgefühl des Kindes aushöhlen. Schulprobleme und ähnliches sind demnach ca. die Auslöser. Aus dem Blickwinkel eines Erwachsenen stellen sich die Probleme von Kindern - und vor allem pubertierender Jugendliche, die zu dem Suizid schreiten - häufig als nicht gravierend genug dar, um dem Leben ein Ende setzen zu müssen. Dabei ist aber zu beachten, dass Heranwachsende häufig über völlig andere Wertmaßstäbe und Prioritäten verfügen.
In seltenen Fällen geht einem Suizid die Tötung Dritter (meist Ehepartner, Kinder) voraus – in diesen Fällen spricht man häufig von einem erweiterten Suizid. Dieser Begriff ist jedoch umstritten, da die Tötung Anderer kein Suizid ist.
Ebenso relativ selten ist der Suizid in Form der Selbstopferung, um ein bestimmteAbsicht zu erreichen (Kamikaze) oder einer Sache dienlich zu sein aufgrund eines vermeintlichen Mangels an Alternativen (Selbstmordattentäter).
Mit dem Suizid beschäftigen sich Wissenschaften wie Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft. Daneben gibt es die praktischen Ansätze zur Suizidverhütung und der Betreuung derjenigen, die einen Suizidversuch überlebt haben.
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Häufig wird der Suizid als Selbstmord oder Freitod genannt. Beide Nennungen können jedoch eine moralische Beurteilung in den Begriff bringen: Selbstmord eine tabuisierende, Freitod eine heroisierende. Eine neutrale Nennung ist Selbsttötung, eine ältere, ebenfalls neutrale Nennung Selbstentleibung.
In der wissenschaftlichen Fachsprache und in dem professionellen Umgang mit den Betroffenen wird meist das Wort Suizid bevorzugt, in der juristischen Fachsprache häufig der Ausdruck Selbsttötung, der lediglich den Vorgang, nicht die Motive beschreibt.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dennoch in erster Linie die Nennung Selbstmord benutzt. Sie stammt aus einer Zeit, als in dem deutschen Sprachraum die (versuchte) Selbsttötung noch strafbar und moralisch geächtet war, geprägt vor allem durch die katholische Lehre der Christen. Diese Nennung wird daher von vielen Wissenschaftlern abgelehnt, da bei der Selbsttötung die juristischen und moralischen Aspekte eines Mordes fehlen.
Die Nennung Freitod enthält andererseits den Gedanken der freien Wahl zwischen Leben und Tod. Meistens wird von den Menschen, die einen Suizid beZieligen, der eigene Tod jedoch als der einzig mögliche Ausweg gesehen. Die Entscheidungsfreiheit einer suizidalen Person ist in der Regel stark eingeschränkt. Daher wird die Nennung Freitod ebenfalls von vielen Wissenschaftlern abgelehnt.
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Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es global etwa eine Million Selbstmorde pro Jahr gibt. In dem Durchschnitt sterben in der Bundesrepublik Deutschland jährlich zwischen 11 Tausend und 12 Tausend Menschen durch Suizid, wobei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Diese Zahl entspricht ungefähr 1,3 Prozent aller Todesfälle und übersteigt damit die Anzahl der Verkehrstoten bei weitem. In der Altersgruppe der 15- bis 35jährigen ist der Suizid die zweithäufigste Todesursache (nachdem Unfalltod).
Die Zahl ernsthafter Suizidversuche liegt bei ungefähr 100 Tausend bis 150 Tausend (auch hier sind genaue Erkenntnisse aufgrund der hohen Dunkelziffern schwierig), also um den Faktor 10 bis 15 über der der ausgeführten Suizide. Mit anderen Worten: Etwa jeder zehnte Suizidversuch ist erfolgreich.
Die Zahl der Suizidversuche ist bei Frauen weit höher als bei Männern. Allerdings ist die Zahl der erfolgreichen Suizide bei Männern größer. Das Verhältnis der Suizidrate von Frauen zu Männern liegt etwa bei 1:3.
Im Jahr 1982 nahmen sich in der Bundesrepublik und der DDR 18.711 Menschen das Leben, während die Zahl in dem Jahr 2002 bei 11.163 lag. Das heißt, dass die Suizidrate in dem Zeitraum von 20 Jahren um 40,3 Prozent zurückging. Von den 11.163 Suiziden in dem Jahr 2002 waren 8.106 (73%) Männer und 3.057 Frauen.
Die häufigste Ursache für einen Suizid bzw. Suizidversuch liegt in diagnostizierbaren psychischen Erkrankungen. Ungefähr 90–95 Prozent aller Suizide in westlichen Gesellschaften sind hierauf zurückzuführen. Suizid kommt gehäuft vor bei allen Psychosen, vor allem aber bei Depressionen. Auch Suchterkrankungen spielen eine gewisse Rolle. Den Suizid auslösende Faktoren können dann zwar Lebenskrisen wie die Trennung vom Partner, Versagensängste oder der wirtschaftlichen Ruin sein – als alleiniger Hintergrund eines Suizids kommt dies aber ca. in ungefähr 5–10 Prozent der Fälle vor.
Die bislang umfangreichste Massenselbsttötung in der Geschichte begingen am 18.November 1978 in der Siedlung Jonestown in dem Dschungel Guyanas 911-914 Anhänger der Volkstempler auf Anweisung ihres Führers Jim Jones. Man geht jedoch davon aus, dass einigen der Opfer die tödliche Mischung aus Cyanid und Limonade unfreiwillig gespritzt wurde.
Die bislang größte bekannte Massenselbsttötung in der deutschen Geschichte ereignete sich in dem Mai 1945 in Demmin. Etwa 900 Einwohner nahmen sich vor und nachdem Einmarsch der russischen Armee das Leben.
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Häufig wird ein Suizid vorher angekündigt, einschlägige Warnungen sind ernst zu nehmen. Viele Suizidopfer hinterlassen Abschiedsbriefe, in denen sie ihre Tat begründen, oder deuten bei Freunden und Verwandten ihrs Zielen an. Besteht der Verdacht einer Suizidalität, sollte dieser in der Regel offen angesprochen werden.
Menschen, die einen Suizid begehen wollen, finden meist niemanden mit dem sie über diese Gedanken sprechen können. Ein zentraler Punkt der Suizidprävention besteht aber exakt darin, Menschen zu helfen über ihre Probleme und Suizidgedanken zu reden, um nicht in eine noch stärkere Isolation zu geraten. Aus diesem Gedanken heraus entstand in den 50er Jahren die Telefonseelsorge als Einrichtung der Suizidprävention.
Personen, die einen Suizidversuch durchgeführt haben, werden in der Regel wegen ihrer Verletzungen oder Vergiftungen in ein Krankenhaus eingewiesen. Meist werden sie dort nach der körperlichen Genesung auf einer geschlossenen psychiatrischen Station überwacht, bis sie glaubhaft machen können, dass keine Suizidgefährdung mehr besteht.
Betont ein Patient, auch zusätzlich einen Suizid begehen zu wollen, wird er in eine Psychiatrie zwangseingewiesen. Diese Praxis wird von einigen kritisiert, weil sie das Recht auf einen selbstbestimmten Tod unterläuft und weil der Erfolg einer Zwangsbehandlung angezweifelt wird. Befürworter weisen darauf hin, dass bei suizidalen Patienten sehr häufig eine behandlungsbedürftige Depression vorliegt und von "selbstbestimmtem Tod" dann keine Rede sein kann.
Eine wirksame Suizidprävention scheint auch eine Aufklärung über die Depression zu sein. Was man damit erreichen kann, zeigt beispielsweise das "Nürnberger Bündnis gegen Depression". Dort wurden Ärzte, Lehrer und Pfarrer weitergebildet, Kinospots geschaltet und Aktionstage zu dem Thema Depression organisiert. Man konnte die Zahl der Selbsttötungen in den ersten anderthalb Jahren um ein Drittel senken.
Der österreichische Psychologe Erwin Ringel behandelte Methoden, Suizide zu verhindern, und gründete 1948 das erste "Selbstmordverhütungszentrum".
Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) (http://www.suizidprophylaxe.de) bietet wichtige Hintergrundinformationen zu dem gesamten Themenfeld Suizid: Prävention, Forschung, Praxishinweise, Literatur, Hilfeeinrichtungen usw.
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Kontakte für Hilfesuchende |
- Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de), 24 Stunden ansprechbar:
- Deutschland: Bundeseinheitliche Rufnummern: 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222
- Die Telefonseelsorge Deutschland bietet auch Online-Beratung per Mail und Chat an.
- Österreich: Bundeseinheitliche Rufnummer: 142
- Schweiz: Landesweite Rufnummer: 143
- Kinder- und Jugendtelefon (http://www.kinderundjugendtelefon.de):
- Deutschland: Bundeseinheitliche Rufnummern: 0800 - 111 0 333
- Österreich: Bundeseinheitliche Rufnummer: 147
- Schweiz: Landesweite Rufnummer: 147 ([1] (http://www.147.ch))
Nach Angaben des Arbeitskreises Leben verhält sich das Geschlechterverhältnis der hilfesuchenden Suizidgefährdeten exakt spiegelbildlich zum der erfolgreichen Suizide: Während etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Suizide von Männern begangen werden, entfallen unter den Hilfesuchenden zwei Drittel auf Frauen.
Buch-Tipp: Bitte hört, was ich nicht sage. nicht schlecht aber es gibt eindeutig bessere. man kann wie schon gesagt eben nichts hören was der/die jenige nicht sagt und bei vielen suizidopfern bleiben die hinterbliebenen mit riesen fragezeichen zurück. wer sich hier also einen führer a la "wie merke ich ob sie sich bald umbringt"erwartet. . . leider nein. |
Suizid in Moral und Theologie | |
Die Frage der moralischen Zulässigkeit des Suizids wird kulturell sehr unterschiedlich betrachtet. Während westliche Gesellschaften den Suizid lange Zeit als unmoralisch und entehrend betrachteten, galt er in anderen Gesellschaften gerade als Methode, eine verlorene Ehre wiederherzustellen. (siehe hierzu z.B. Seppuku)
Buch-Tipp: Buddhistische Ansichten Fotografische Annäherung an eine religiöse Dimension Wenn es deshalb geht, eine fremde Kultur zu entdecken, kennen zu lernen und zu verstehen, braucht es die Auseinandersetzung eigener Positionen mit den Einstellungen, Haltungen, Definitionen und Lebenssichten derjenigen, die einem zunächst fremd sind. Exakt das bestimmt das aktive Reisen des Autors... |
Ansichten zu dem Suizid in der Antike | |
Der griechische Philosoph Hegesias (3. Jahrhundert v. Chr.) betonte in seinen Vorträgen das Elend der menschlichen Existenz. Er schrieb dem Einzelnen das Recht zu, sich umzubringen. Das menschliche Leben hätte an sich keinen besonderen moralischen Wert.
Zu Zeiten des römisches Kaiserreichs galt es als ehrenvoll, sich in ausweglosen Situationen in das Schwert zu stürzen (siehe Varus, Nero).
Buch-Tipp: Depressionen überwinden Das Buch selber ist schon eine kleine Soforthilfe Zuerst will ich sagen, das Buch ist genial und wirklich hilfreich.
Man fühlt sich beim Lesen dieses Buches von Anfang an richtig verstanden. Die ganzen Symptome, Gefühle und verschiedenen Stadien spiegel sich in dem Buch wider. An schweren Tagen nehme ich das Buch zur Hand und allein durch das Lesen... |
Ansichten zu dem Suizid in dem Christentum | |
Die christliche Lehre bezog lange Zeit keine eindeutige Stellung zu dem Suizid. Der Kirchenvater Augustinus (354–430) verurteilte als erster in seinem Werk "De Civitate Dei" den Suizid als Übel. Später verurteilte die Kirche den Suizid als Selbstmord kategorisch als Sünde. Lange Zeit verweigerte die Kirche Suizidopfern die Bestattung in "geheiligter Erde" auf Friedhöfen und ein kirchliches Begräbnis.
Ein wichtiges Argument des Katholizismus gegen Suizid ist, dass das Leben an sich Gott gehört und so die Herrschaft Gottes verletzt werden würde. Ein berühmtes Gegenargument brachte David Hume, der anmerkte, dass es auch falsch sein müsse, einen natürlichen Tod hinauszuzögern, wenn es falsch ist, das natürliche Leben zu beenden, da dies Gottes Wille widersprechen würde.
Eine andere Begründung ist die Heiligkeit des menschlichen Lebens, so dass jegliches Leben einzigartig ist und alle Anstregungen unternommen werden müssen, es zu schützen.
Buch-Tipp: Der Selbstmord. Selbstmord und seine soziologischen Hintergründe Mit diesem Buch hat Emile Durkheim vor nunmehr hundert Jahren die erste soziologisch-empirische Studie über den Selbstmord veröffentlicht, die auch für heutige wissenschaftliche Behandlungen in diesem thematischen Kontext stets noch von großer Bedeutung ist. In seinem dritten großen Werk versucht... |
Ansichten zu dem Suizid in dem Islam | |
Im Islam ist Suizid ebenfalls verboten, einigen Hadith zufolge wird Menschen, die sich töten, die Aufnahme in das Paradies verweigert, und es droht ihnen ein ewiges Höllenfeuer.
In jüngster Zeit jedoch rekrutieren extremistische islamistische Organisationen Selbstmordattentäter häufig mit dem Hinweis, dass ein Suizid, der die "Feinde des Glaubens" in das Verderben reißt, mithin ein Selbstmord, auf direktem Weg in das Paradies führe.
Buch-Tipp: Der Selbstmord. Briefe, Manifest, Literarische Texte. zwischen überanpassung und mutlosigkeit die "grimasse der heiterkeit" zerbricht, wenn uns ein selbstmord bekannt wird. stets hat er etwas von vorwurf an sich, von kapitulation, von erkenntnis, von einsicht in dinge, die andere zusätzlich verdrängen - und die der selbstmörder zuvor auch in dem bewusstsein nicht zugelassen hatte. roger willemsen sucht... |
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Im Buddhismus ist der Suizid zwar nicht verboten oder geächtet, aber aus dem Verständnis des Reinkarnations-Glaubens heraus unsinnig, da davon ausgegangen wird, dass man in exakt die gleichen Qualen neu hineingeboren wird, aus denen man mit dem Suizid fliehen wollte.
Werden beispielsweise hilflose Kinder zurück gelassen, wird man als noch schlimmeres Wesen oder in ein noch schlimmeres Schicksal hineingeboren. Die Beihilfe zu dem Suizid ist eindeutig verwerflich und führt unweigerlich zu schlechtem Karma mit all seinen Folgen.
Buch-Tipp: Der Suizid. Ursachen - Warnsignale - Prävention. "Der Suizid" von Prof. Dr. Thomas Bronisch erschienen in dem Verlag C. H. Beck ist eine m. E. sehr gute komprimierte Darstellung der gesamten Thematik des Suizids. Dabei wird sowohl der medizinische, als auch der gesellschaftliche und historische Hintergrund beleuchtet. Begriffsdefinitionen, Statistiken und Methodik der Erforschung der Ursachen von... |
Ansichten zu dem Suizid in modernen westlichen Gesellschaften | |
Bei alten oder schwerkranken Menschen sind Suizidgedanken häufig verständlich.
Das Recht, einen unabwendbaren langen Leidensprozess abzukürzen, wird in verschiedenen Ländern durch die Gesetzgebung unterschiedlich unterstützt.
Dies erregte in einigen Ländern eine Debatte um die gesetzliche Zulässigkeit aktiver und passiver Sterbehilfe.
Buch-Tipp: Freitod - Die beste Lösung Thomas Bernhard: JA Dieser Mensch, der Autor zu diesem Buch, ist ein Witzbold. Er zeigt mir dies an vierlei Stellen seiner Lektüre. Spontan habe ich mich daher entschlossen ein paar Zeilen ihm zu Ehren hier für die Nachwelt - die sie ja schließlich irgendwann ist - stehen zu lassen. Neuerdings scheint die Welt nun wirklich von Armseligen... |
Ansichten zu dem Suizid in Asien | |
In anderen Kulturen kann die rituelle Selbsttötung gesellschaftlich akzeptiert sein. Zu bezeichnen wären hier das japanische Seppuku oder das indische Sati.
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Der Soziologe Emile Durkheim hat 1897 mit seinem Werk über den Suizid (Le suicide) die sozialen Zusammenhänge des Selbstmords auf empirischer Grundlage analysiert. Er unterscheidet zwischen dem egoistischen, dem altruistischen und dem anomischen Selbstmord. In jedem Falle ist nach Durkheim eine soziale Desintegration eigentliche Ursache.
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Der Suizid ist in Deutschland straffrei, zumal eine Bestrafung wegen vollendeter Selbsttötung nie möglich wäre. Somit sind auch der Versuch und die Teilnahme (Beihilfe, Anstiftung) grundsätzlich straffrei.
Die "Anstiftung" eines Schuldunfähigen oder die "Anstiftung" mittels einer Täuschung kann jedoch zur Tötung in mittelbarer Täterschaft (§ 25 Abs. 1 Alt. 2 StGB) führen: Haupttäter des Tötungsdeliktes ist dann der Einfluß nehmende Hintermann, da er das Geschehen durch sein Verhalten maßgeblich beherrscht.
Wer aufgrund seiner Garantenstellung verpflichtet ist (z.B. Angehörige, Ärzte etc.), eine Selbsttötung zu verhindern, kann bestraft werden, wenn er die Handlung, zu der er rechtlich verpflichtet ist, unterlässt. Der Gehilfe kann, wenn er, nach dem der Täter die Tatherrschaft verloren hat (z. B. weil er bewusstlos, aber noch nicht tot ist), keine Hilfe leistet, ebenfalls wegen Unterlassen der Hilfeleistung nach § 323c StGB bestraft werden, da der Suizidversuch einen Unglücksfall in dem Sinne des § 323c StGB darstellt.
Allerdings kann die allgemeine Hilfeleistungspflicht in Konkurrenz zu einer bestehenden Patientenverfügung stehen. Dann könnte aus einer (ärztlichen) Versorgung des Suizidanten die Frage nach gefährlicher Körperverletzung entstehen, da sich diese dann nicht durch einen rechtfertigenden Notstand und die Geschäftsführung ohne Auftrag decken lassen. (Siehe auch: Arzthaftungsrecht )
In der Praxis werden in dem Falle eines Suizides jedoch in aller Regel soweit noch möglich durch den Rettungsdienst sämtliche lebensrettenden Maßnahmen durchgeführt, da die Authentizität einer Patientenverfügung in der gebotenen Eile kaum geprüft werden kann.
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Relevant, gerade bei Suizidversuchen, kann auch die Frage der Haftung für entstehenden Schäden sein. Ein Suizid kann unter Umständen erhebliche Sachschäden verursachen, aber auch seelische Schäden bei unbeteiligten Dritten, die zur Durchführung der Tat mißbraucht wurden (z.B. Fahrpersonal der Bahn). Umstritten ist die Frage, inwieweit einem Suizidant der Schaden zugerechnet werden kann: Einige Autoren nehmen an, daß er sich in einem "geistig-umnachteten" Zustand befände, wodurch sich eine Schuldfähigkeit nicht ergebe. Allerdings ist diese Annahme sicherlich nicht stets gerechtfertigt und muß in dem Einzelfall durch Gutachten geprüft werden.
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Ein Suizid kann unter Umständen der Auszahlung der Lebensversicherung entgegenstehen, da eine Versicherungsleistung in diesem Fall in der Regel nicht greift. In solchen Fällen kann es sein, daß der Suizidant seine Handlung als Unfall zu tarnen versucht, um eine Auszahlung aus der Lebensversicherung an die Hinterbliebenen nicht zu verhindern. Gerade bei Verkehrsunfällen vermutet man diesbezüglich eine hohe Dunkelziffer, da sich bei einem tödlichen Unfall häufig ca. schwer eins Ziel nachweisen lässt (z.B. Aufprall auf ein Hindernis oder Sturz von einer Autobahnbrücke).
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Weiteres zu dem Artikel Suizid |
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